August 17, 2022

Bildoptimierung mit DxO Pure RAW

Vor kurzem bin ich über DxO Pure RAW gestolpert. Dies ist ein Tool, das automagisch RAW-Dateien verbessern kann. Unter anderem soll es in der Lage sein Rauschen und andere Artefakte aus den Bildern zu filtern. Als Nutzer von mittlerweile betagten APS-C-Kameras ist natürlich insb. das Bildrauschen bei höheren ISO-Zahlen ein großes Problem. Daher habe ich mir das Tool einmal angesehen.

Die Bedienung von DxO ist ein klein wenig merkwürdig. Entweder jagt man seine RAW-Dateien vor dem Import in Lightroom (oder in ein anderes RAW-Entwickler-Tool) durch DxO. Alternativ kann DxO auch aus Lightroom aufgerufen werden.

In beiden Fällen erzeugt DxO dabei aus dem originalen RAW-File ein zweites RAW-File. Dieses zweite File ist - warum auch immer - erheblich größer als das Original. Aus den ca. 25 MB großen RAWs meiner Sony Kameras werden teils über 100MB große Dateien!

Nachfolgend zeige ich einige fertig verarbeitete Bilder zum Vergleich. Die Bilder stammen aus einer Sony a6000 und wurden in Lightroom, teils unter Zuhilfenahme von DxO prozessiert und nach JPEG exportiert.

  • Bild 1 zeigt jeweils das ungeschärfte und nicht entrauschte Bild.
  • Bild 2 zeigt jeweils das ungeschärfte Bild, diesmal aber mit Lightroom-Rauschreduzierung bei 50%.
  • Bild 3 zeigt jeweils das ungeschärfte Bild, das aber durch DxO Pure RAW gepumpt wurde. Zu den Optimierungen von DxO zählt auch sanftes Schärfen, was man nicht ausstellen kann. Da DxO normalerweise auch Objektivkorrekturen vornimmt, habe ich zur besseren Vergleichbarkeit dieses Feature ausgeschalten und Lightroom - wie bei allen anderen Bildern - die Objektivkorrekturen rechnen lassen.

Beispiel 1: Gesamtbild (auf 16% Größe runtergerechnet)

Hier ist der Unterschied zw. den einzelnen Bildern - natürlich wegen der verkleinerten Darstellung bei 1000px - marginal. Das Lightroom-entrauschte Bild (mitte) wirkt ggf. etwas weniger scharf als das Original (oben). Das DxO-Bild (unten) wirkt - warum auch immer - etwas heller, die Lampe unter dem Vordach ist nun beinahe ausgebrannt. Auch sieht man z.B. in dem Wirtshausschild, dass Dx0 moderat nachschärft, was für mich recht gut aussieht.

Beispiel 2: Crop auf Schild 1 (auf ca. 75% Größe runtergerechnet)

Oben ist das Bildrauschen sehr gut zu erkennen. Lightroom macht aber keinen schlechten Job bei der Entfernung des Rauschens (mitte). Das Resultat von DxO (unten) ist aber mindestens so gut.

Beispiel 3: Crop auf Schild 2 (1:1)

Wieder sieht man das Bildrauschen oben mehr als deutlich. Interessanterweise gefällt mir das Ergebnis von Lightroom (mitte) beinahe besser als das von DxO (unten).

Beispiel 4: Anderes Bild, Crop (1:1)

Hier finde ich das Ergebnis von DxO (unten) sehr gut. Das mehr als präsente Rauschen ist quasi weg und für mich ist das Bild nicht überschärft.

Nachteile

Ein großer Nachteil ist die oben besprochene Aufblähung der Datenmenge. Ich würde nicht alle Bilder durch DxO pumpen, sondern z.B. nur die Bilder, die bei ISO > 1000 aufgenommen wurden und/oder sichtbar rauschen. Ansonsten sind die zusätzliche Datenmenge und Verarbeitungszeit einfach zu hoch.

Auch stört mich etwas, dass DxO leicht ins Bild cropped. Ich dachte zunächst, dass dies ein durch die Objektivkorrektur hervorgerufener Effekt sei. Aber nein, DxO cropped auch noch bei abgeschaltener Objektivkorrektur leicht ins Bild. Warum das so ist kann ich mir nicht erklären.

Ein weiteres Problem ist, dass DxO nicht mit den “RAW”-Dateien umgehen kann, die aus iPhones fallen. Das Apple ProRAW-Format wird schlicht und ergreifend nicht unterstützt. Gerade hier hätte es mich am meisten interessiert, was die Software ausrichten kann!

Fazit

DxO scheint tatsächlich gut zu funktionieren, um Rauschen aus Bildern heraus zu rechnen. Selektiv genutzt sicher ein sehr gutes zusätzliches Tool.

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